Walz 4.0 · Lehre
KI-Werkstatt
Drei aufeinander abgestimmte Masterveranstaltungen, in denen künstliche Intelligenz nicht das Lernen ersetzt, sondern Raum für die fachliche Arbeit schafft.
Im Sommersemester 2026 hat dieselbe Kohorte von acht Masterstudierenden an der Hochschule Konstanz drei Lehrveranstaltungen besucht – und in jeder ein Werk erarbeitet, das über die Hochschule hinaus Bestand hat: einen wissenschaftlichen Sammelband, lauffähige digitale Werkzeuge für das Bauwesen und englischsprachige Fallstudien für einen internationalen Band.
Der gemeinsame Kern ist eine Arbeitsweise, wie sie anspruchsvolle Projekte in Praxis und Wissenschaft verlangen. Am Anfang steht nicht die technische Lösung, sondern das präzise Verständnis des Problems. Künstliche Intelligenz entlastet bei der routinemäßigen Ausarbeitung und verschiebt die fachliche Wertschöpfung dorthin, wo sie zählt: auf die Qualität der Beobachtungen, Daten, Spezifikationen und Entscheidungen.
Der Weg durch die Werkstatt
Betriebswirtschaft und Management 2
Der Sammelband als Werkstatt
Die Studierenden erarbeiteten einen wissenschaftlichen Sammelband zum Thema Walz 4.0 – nicht als Simulation, sondern als reales Herausgeberprojekt. In redaktionellen Rollen führten sie Gespräche mit Praxis- und Hochschulpartnern aus vier Ländern des Bodenseeraums, entwickelten die Struktur des Bandes, schrieben eigene Beiträge, begutachteten Texte und sicherten die Qualität nach Verlagsstandards.
Ergebnis: ein publikationsreifer Sammelband mit sechzehn Kapiteln auf 262 Seiten.
Digitalisierung im Bauwesen
Vom Problem zum lauffähigen Werkzeug
Ziel war, dass Bauingenieurinnen und Bauingenieure auch ohne vertiefte Programmierkenntnisse ein reales Praxisproblem in eine belastbare digitale Lösung überführen. Ausgangspunkt waren Anwendungsfälle aus Interviews mit Praxispartnern und aus der eigenen Berufserfahrung der Studierenden.
Ergebnis: acht lauffähige Werkzeuge – darunter ein Baugrund-Risikoassistent mit DIN-Bemessung, eine Anwendung zur Überführung von Laserscan-Punktwolken in das offene BIM-Format IFC und ein Nachtragsassistent mit VOB/B-Klassifikation auf einem lokal betriebenen Sprachmodell.
Internationale Bauwirtschaft
Fallstudien für ein internationales Publikum
Die Studierenden verfassten englischsprachige Fallstudien und fügten sie in einen bestehenden internationalen Band ein – mit eigener Recherche, sauberer Quellenarbeit und der Klärung von Bildrechten als festem Bestandteil der Aufgabe.
Ergebnis: je ein englischsprachiges Kapitel in einem internationalen Case-Study-Band.